Bamberg-Briefmarken
Die Altstadt von Bamberg - Weltkulturerbe der UNESCO  
Dass Bamberg - vom Krieg verschont und von bedeutenden Kunstdenkmälern gekrönt -  etwas Besonderes ist, hat man sogar bei der Deutschen Post schnell erkannt, denn es dauerte nach der Erklärung zum Weltkulturerbe (1993) nur drei Jahre, bis die Stadt durch eine Briefmarke geehrt wurde. ...sonst gilt  Bamberg und mit ihm das restliche Oberfranken als tiefste Provinz - und das im Herzen Deutschlands!
Briefmarke: Bamberg Weltkulturerbe der UNESCO (1996)
Die Briefmarke aus dem Jahr 1996 mit dem Nennwert von 1,00 DM zeigt den berühmten Blick vom Turm des Rathauses Geyerswörth auf den nördlichen Teil der Bergstadt mit Dom, Neuer Residenz, Michelsberg und (im Vordergrund) Altem Rathaus. Außerdem ziert die Stadtpatronin, die heilige Kaiserin Kunigunde (ca. 980-1033) Briefmarke und Ersttagsstempel. Als Vorlage diente die Statue auf der Unteren Brücke hinter dem Alten Rathaus.
Der Bamberger Reiter  
Am 13. Februar 2003 erschien eine weitere Bamberg-Briefmarke. Sie zeigt den berühmtesten Bamberger, den Bamberger Reiter oder - wie ihn die Bamberger nennen - den Domreiter:
Briefmarke
Die Briefmarke mit dem hohen Nennwert von 2,00 EUR wird es einige Zeit geben, denn sie gehört zur Rollenmarkendauerserie "Sehenswürdigkeiten". Der Entwurf der Briefmarke stammt von Prof. Fritz Haase und Sibylle Haase aus Bremen.
Bamberger Reiter (um 1230)
Der Bamberger Reiter gilt als das erste lebensgroße Reiterstandbild seit der Antike (Höhe 2,33 m). Er entstand um 1230 durch einen Meister der jüngeren, bereits von der Gotik geprägten Künstlergruppe, die den 1237 eingeweihten dritten Bamberger Dom mit Skulpturen von internationalem Rang ausstatteten.
Es gibt zahlreiche Versuche, die Identität des Reiters zu bestimmen: Die Deutung, es handle sich um Kaiser Konstantin den Großen, Kaiser Heinrich II. oder einen seiner Nachfolger wie Konrad III., Friedrich Barbarossa oder Friedrich II., muss verworfen werden, da der Reiter eine Königskrone und nicht die mit einem Bügel verzierte Kaiserkrone trägt. Zudem war das Pferd ursprünglich rot bemalt, d. h. ein Fuchs; einem Kaiser hätte jedoch ein Schimmel zugestanden. Auch die Darstellung eines der heiligen drei Könige oder die Symbolisierung des deutschen Königtums sind nach neueren Forschungen unhaltbare Interpretationen. Dies gilt noch viel mehr für die missbräuchliche Verwendung des Reiters als Idol des "nordischen Menschen" in der NS-Propaganda. Der Reiter wende den Blick nach Osten, den es zu erobern gelte. Man vergaß, dass der Reiter keinerlei Waffen trägt und in Wirklichkeit nach Südwesten zum Petruschor schaut!
Die meisten Forscher betrachten heute den Reiter als den heiligen König Stephan von Ungarn, wofür zahlreiche Gründe sprechen: König Stephan hatte als Schwager des Domstifters Heinrich II. eine enge Beziehung zu Bamberg. Als König Stephan zum Christentum übertrat, war Heinrich II. vermutlich der Taufpate. Außerdem stammte das Geschlecht des Domerbauers Bischof Eckbert von Andechs-Meranien (1203-1237) vom ungarischen Königshaus ab, nach dem Mord an König Philipp von Schwaben (1208) durch Otto von Wittelsbach musste Eckbert nach Ungarn ins Exil gehen; seine Schwester war die ungarische Königin. Auch in Rechnungen des 18. Jahrhunderts wird der Reiter als König Stephan bezeichnet. Am meisten Gewicht hat jedoch die alte Tradition, dass alljährlich am Fest des heiligen Königs Stephan von Ungarn (2. September) vor dem Bamberger Reiter eine Kerze angezündet werden sollte.
Noch zwei Besonderheiten des Bamberger Reiters:

   Das Pferd trägt Hufeisen! Obwohl Hufeisen von den Germanen bereits um 200 v. Chr. erfunden wurden, handelt es sich doch beim Pferd des Bamberger Reiters um die älteste Darstellung, die die Verwendung dieses Hufschutzes bezeugt.
Bamberger Reiter: Hufeisen an den Fen des Pferdes

   Der Reiter zeigt eine vertikale Gliederung: Die Blattmaske in der Konsole kann als das Dämonenhafte der Unterwelt gedeutet werden, das Blattwerk der Konsole symbolisiert das Pflanzenreich, auf dem das Pferd (Tierreich) steht. Dieses trägt den als Krone der Schöpfung betrachteten Menschen, der dem himmlischen Jerusalem (Baldachin) zustreben soll.
Bamberger Reiter: Blattmaske

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